Die Geschichte Kiels

Autor: Kilian Weber | Tags: geschichte kiel

 

Deutschlandkarte Wappen

 

Basisdaten1
Bundesland Schleswig-Holstein
Kreis Kreisfreie Stadt
Höhe 5 m ü. NN
Fläche 118,6 km²
Einwohner 235,266 (31.Dez.2006)
Bevölkerungsdichte 1985 Einwohner je km²
Postleitzahl 24104-24159
Vorwahl 0431
Kfz-Kennzeichen KI
Gemeindeschlüssel 01 0 02 000
Stadtgliederung 18 Ortsbezirke mit 30 Stadtteilen
Adresse der Verwaltung Fleethörn 9, 24103 Kiel
Webräsenz http://www.kiel.de
Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU)

 

Die Hauptstadt Kiel ist der Sitz der Landesregierung und Schleswig - Holsteins wichtigstes Dienstleistungs- und Bildungszentrum. Rund 235.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat die Hauptstadt. Hier schlägt das Herz der Wirtschafts- und Kulturregion Schleswig-Holsteins. Fast drei Viertel aller Beschäftigten arbeiten in diesen Bereichen.

 

Des Weiteren ist die Landeshauptstadt eine traditionsreiche Werft- und Marinestadt mit einer lebendigen Studentenszene, kinderfreundlichen Menschen und urbanem Charme. Dafür hat Kiel auch ein großes kulturelles Angebot: Theater und Oper, Kino und Konzerte, Musicals und Chöre, Galerien, Museen, Botanische Gärten, Kulturvereine oder bedeutende Aufführungen des weltweit renommierten S-H Musik Festivals. Feste und Events gehören zur Stadt. Besonderer Höhepunkt im Veranstaltungskalender ist die Kieler Woche, das größte Segelsportereignis der Welt, gleichzeitig ein Forum für politische und wirtschaftliche Treffen und das größte Sommerfest im Norden Europas. Zur Kieler Woche, dem größten Segelsportereignis der Welt, treffen sich regelmäßig rund 5.000 Aktive aus 50 Nationen mit mehr als 2.000 Yachten, Jollen und Surfbrettern auf dem Segelrevier vor Kiel - Schilksee.
Die Segelgeschichte schrieb die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt im Juni 2002, als 500.000 Besucher den Volvo Ocean - Racern auf ihrer Schlussetappe einen grandiosen Empfang bereiteten.2

 

Geschichte der Stadt Kiel

 

Kiels Stadtwappen trägt das silberne Nesselblatt auf rotem Grund – es ist das Wappen der Schauenburger, die im Jahre 1111 mit Holstein belehnt wurden. Verschiedene Städte Holsteins haben dieses Wappen übernommen, indem sie zur Unterscheidung ein weiteres Zeichen hinzufügten – die Landeshautstadt Kiel das schwarze Boot.

 

Adolf der IV., der Graf von Schauenburg und Holstein wollte seine Position als Landesherr stärken. Nach der Schlacht von Bornhöved 1227, bei der das Koalitionsheer Adolf IV. den dänischen König Waldemar II. besiegt hatte, kam es zur neuen Umverteilung der Machtverhältnisse. Holstein fiel unter in den Herrschaftsbereich Adolfs. Es hatte unmittelbar schwerwiegende Folgen für das Dänische Reich mit sich gebracht: mit der Niederlage des dänischen Königs Waldemar II. zerbrach das dänische Reich an der Ostsee; die Grenze zwischen Dänemark und dem Heiligen Römischen Reich verschob sich im Nordwesten wieder von der nördlichen Elbe zurück an die Eider. Um sich seine neue Position als Landesherr von Nordelbien zu untermauern musste Adolf neue Städte und regionale Herrschaftsmittelpunkte errichten.

 

Die natürliche Halbinsel bot sich durch ihre Lage an einer tiefen Meeresbucht eine ideale Gelegenheit um hier eine Stadt zu errichten. Um 1233 ließ Adolf auf der Halbinsel eines Fördearmes, dem heutigen Kleinen Kiel, seine „Holstenstadt tom Kyle“ bauen; 1242 erhielt sie lübisches Stadtrecht. Den Ort wollte er Civitas Holsatorum oder auch Civitas Holsatie nennen. Das lateinische Wort „Stadt der Holsten“ konnte die Bewohner der Stadt nur schwer aussprechen. Demzufolge nannten sie es einfach „tom Kyle“. Das stand für „an der Förde“, am „Keil des Meeres“. Nachher geriet „tom“ schnell in die Vergessenheit und es blieb nur Kiel.

 

Im Jahre 1238 bereits vollständig angelegt, war Kiel im 13. Jahrhundert eine der nördlichsten Städte im Heiligen Römischen Reich. Nur hier stieß das sächsische Territorium an die Ostsee - nördlich der Levenslau lag dänisches, östlich der Schwentine, hinter dem Limex Syxoniae mit Wagrien, slavisches Gebiet.
Die bewusste Anwerbepolitik Adolfs IV. war der Grund dafür, dass sehr viele Kaufleute nach Kiel kamen und ihre Geschäfte abwickelten. Das erste Kieler Stadtbuch von 1264 nennt 40 Kaufleute, wovon sicherlich einige auch nur den Namen „Krämer“ verdient haben mögen. Ihre Geschäftsbeziehungen reichten nach Wismar, Roskilde, Schleswig, Hamburg Holland, Flandern und zu den anderen holsteinischen Städten. Der Fernhandel war für Kiel von großer Bedeutung. Die Handwerker waren zahlreich vertreten. Bäcker, Müller, Schneider, Kürschner, Weber, Fischer und Kerzengießer bereicherten das mittelalterliche handwerkliche Repertoire.

 

Zwar gab es Handelsbeziehungen mit Flandern, Skandinavien und Russland, aber für einen wichtigen Fernhandelshafen fehlte Kiel das Hinterland, gute Landverbindungen nach Hamburg oder Lüneburg und/oder eine Binnenwasserstraße. So blieb Kiel vor allem lokaler Markt für Baumaterialien, Vieh, Getreide und Hopfen (es gab zeitweise 35 Brauereien in der Stadt, da jeder Bürger für den eigenen Bedarf Bier herstellen durfte).

 

Schon 1284 trat Kiel neben Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und andere Städten als Vertragspartner in dem neuen Landfriedensbündnis der Hanse auf. Kiel war offiziell Hansestadt geworden, das Siegel der Stadt zeigt im 14. Jahrhundert eine Kogge mit Heckrudder.

Viel Geld wurde beim Kieler Umschlag, einem historischen Kredittermin bewegt. Grundlage war ein Zahltag des Grundbesitzenden Adels, bei dem Käufe, Verkäufe, Erbschaften, Schenkungen, Leihgeschäfte, Verpfändungen usw. im großen Umfang anfielen. Die Stadt selbst war an den Geschäften beteiligt, benutzte andererseits den Umschlag auch als Termin zur Abwicklung von Zahlungen, die an die Stadt geleistet werden mussten. Überdies verdiente sie am Stedegeld, den Standgebühren der fahrenden Händler. Auch die Bürger profitierten durch die Vermietung von Zimmern an die Gäste und anderen Dienstleistungen.

 

Im Jahre 1459 starb der Herzog Adolf VIII. und da es gar keinen erbeberichtigten Nachfolger gab, wurde König Christian I. von Dänemark zum Herzog von Schleswig Grafen von Holstein. Nach seinem Tode wurde Schleswig und Holstein unter seinen Söhnen aufgeteilt. Es folgten dann noch weitere Unterteilungen unter den Söhnen der dänischen Königsfamilie. Die Stadt Kiel fiel dem herzoglichen - gottorfischen Anteil unter Adolf von Gottorf zu.
Am Ende des 17. Jahrhunderts lebten etwa 3.000 Menschen an der Förde. Die Kieler Vorstadt bestand aus zwei Zentren: Das Erste befand sich in der heutigen Holstenstraße südlich des Holstentores, das zweite rund um den Kuhberg. Die am stärksten besiedelten Straßen in der Altstadt waren Reeperbahn und Sandkuhle, Holstenstraße und Wall.

 

Im Jahre 1665 gründete der Gottorfer Herzog Christian Albrecht die Universität. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend gewesen: die Ausbildung der Priester im Zuge der Information und die Ausbildung der Beamten für die städtische Verwaltung. Am 29. September 1665 wurde die Gründungsurkunde ausgefertigt, die jährlichen Einkünfte der Fürstenschule Bordesholm – 6000 Reichstaler – sowie ihre Bibliothek, gingen an die Universität. Das Motto „Pax optima rerum“ – Frieden ist das Beste aller Dinge – zierte das Siegel. Mit 16 Professoren und 140 Studenten ging der Lehrbetrieb los. Vier Fakultäten gab es: die theologische, die juristische, die medizinische und die philosophische.

 

Die zum Teil kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Gottorfern und den Königen von Dänemark und die beständige Geldnot führten zu einem Verfall der Einrichtung. Um 1750 hatte die Universität nur noch 60 Studenten. Erst unter der Regierung der russischen Zarin Katharina II. erwachte sie zu neuem Leben. Ihr Verwalter in den Herzogtümern reformierte sie nach innen und die Universität erhielt nach außen einen neuen Mittelpunkt, ein eigenes Gebäude. Die neue Universität wurde direkt am Schloss in der Kattenstraße errichtet, wobei die Pläne von Ernst Georg Sonnin stammten, dem Erbauer des Hamburger Michels. Die Kieler Universität wurde in vielen Bereichen führend - so in der Medizin und Geburtshilfe, aber auch in den Geowissenschaften - und ein kulturelles Zentrum für die Herzogtümer und die Königreiche Dänemark und Norwegen.

 

Bis 1739 residierte Herzog Karl Friedrich im Kieler Schloss mit seiner russischen Gemahlin Anna Petrovna. Am 21. Februar 1728 erblickte Karl Peter Ulrich, der spätere Zar Peter III. von Russland im Kieler Schloss das Licht der Welt. Mit einem weiteren historischen Ereignis ging das Kieler Schloss bereits im Jahre 1773 in die Geschichte ein: Hier fand die Zeit der Gottorfer Herrschaft nach langem Niedergang ihr formelles Ende. Nach dem Verzicht der Zarin Katharina auf ihre Ansprüche in Schleswig – Holstein wurde am 16. November des Jahres auf dem Schloss zu Kiel der Übergabeakt an die dänische Krone vollzogen. Ab 1773 regierte wieder der dänische König in einer Personalunion über die beiden Landesteile in der Personalunion.

 

Die Vereinigung Holsteins mit dem gesamten dänischen Staat schuf 1777 bis 1784 die politischen Vorraussetzungen für das Jahrhundertprojekt, den Bau des Schleswig – Holsteinischen Kanals, der unter Ausnutzung der Eider und der Levensau die Nordsee mit der Ostsee verband und bei Holtenau, eine halbe Meile vor der Stadt, in die Förde mündete. Der Kanal hatte eine Länge von 43 Kilometern und verlief von der Kieler Förde aus zwischen den Herzogtümern Schleswig und Hosltein durch das Tal der Levensau zum Flemhuder See und durch die Eider nach Rendsburg, davon neun Kilometer durch die Obereiderseen. Der Kanal hatte eine Breite von 31 Metern und eine Tiefe von 3,5 Metern.

 

Im Jahre 1864, im Zuge des deutsch-dänischen Krieges und in Folge des Wiener Krieges, kamen beide Herzogtümer Schleswig und Holstein, zunächst unter gemeinsame Verwaltung von den Siegermächten Preußen und Österreich, zusammen. Schon im Jahre 1865 verlegte Preußen seine Marinestation aus Danzig nach Kiel. Ab 1867 wurde es auch ein Bundeshafen des Norddeutschen Bundes und 1871 neben dem Wilhelmshaven Reichskriegshafen des neu gegründeten Deutschen Reiches. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein wurden 1867 in eine preußische Provinz umgewandelt, also Preußen einverleibt. Sitz des Oberpräsidenten der neuen Provinz war zunächst Kiel, ab 1897 Schleswig und ab 1917 wieder Kiel.

 

Mit dem Kaiserantritt Wilhelms II. im Jahre 1888 und im Zuge der Kolonialismuspolitik in Verbindung mit der Förderung der Schifffahrt wurde das Marinewesen ganz stark gefördert und mit vielen Finanzmitteln durch Steuergelder unterstützt. Kiel war zur Marinestadt aufgestiegen, die Werften boomten. Es kamen immer mehr Menschen in die Stadt. Diese musste sich weiter ausdehnen. Im Jahre 1867 lebten gerade einmal 24.216 Menschen an der Förde. Im Jahre 1885 hatte sich die Zahl der Einwohner mit 51.706 Menschen bereits mehr als verdoppelt. Um 1900 zählte die Stadt 107.977 Einwohner, bis 1918 wuchs die Stadt auf 300.000 an. Die größten Werften waren damals Germania, Kaiserliche Werft und Howaldt, diese siedelten ihre Produktionsstätte auf dem Ostufer. In Friedrichsort errichtete man ein Artilleriedepot, der zu einer Torpedowerkstatt umgebaut wurde.

 

Am 23. Juli 1882 fand die erste Kieler Woche statt. Ihren Ursprung hat die Kieler Woche in einer Segelregatta auf der Förde mit 20 Yachten. Aus dieser Wettfahrt von Marineoffizieren und Kaufleuten wurde bald eine mehrtägige Regattaserie mit internationaler Beteiligung. Alles was Rang und Namen hatte, nahm an diesem gesellschaftlichen Glanzereignis teil. Während der Kieler Woche 1895 feierte man die Schlusssteinlegung des Kaiser –Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal). Am 3. Juni 1887 erfolgte in Kiel - Holtenau die Grundsteinlegung. In den folgenden acht Jahren waren bis zu 8.900 Arbeiter mit dem Aushub einer etwa 100 Kilometer langen, 67 Meter breiten und neun Meter tiefen Rinne beschäftigt. Die Investitionssumme betrug 154 Millionen Goldmark. Kurze Zeit danach folgte eine erste Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals auf 102,5 Meter Breite und 11 Meter Tiefe.

 

Die Aussichtslosigkeit des Ersten Weltkrieges, die Verschlechterung der Ernährungslage und die steigende Inflation brachten viele Menschen auf die Straßen. Ende Oktober 1918 sollte die deutsche Marine zu einem letzten „ehrenvollen“ Gefecht gegen überlegene britische Verbände auslaufen. Der eigenmächtige Befehl der Seekriegsleitung war unmittelbarer Anlass zu Meutereien kriegmüder Matrosen, die sich weigerten, ihr Leben bei einer militärisch aussichtslosen „Todesfahrt“ aufs Spiel zu setzten. Die kriegsmüden Matrosen nahmen Kontakt mit Landeinheiten und Werftarbeitern auf. Am 3. November 1918 kam es zu gemeinsamen Protestmärschen und Demonstrationen gegen die Regierungspolitik des Kaiser Wilhelm des II. sowie zu Schießereien mit den regierungstreuen Truppen. Es gab Tote und Verletzte. Die Arbeiterschaft reagierte mit einem Generalstreik. Die Matrosen der kaiserlichen Marine verbanden sich endgültig mit den Arbeitern. Am 3. und 4. November wurde auf den Schiffen die kaiserliche Flagge niederholt und durch die rote Flagge der Arbeiter ersetzt. Es entstanden Arbeiter- und Soldatenräte. Diese revolutionären Ideen verbreiteten sich zunächst auf die größeren Städte Schleswig-Holsteins dann auf ganz Deutschland und bewirkte insgesamt den Zusammenbruch des Kaiserreiches und zur ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik.

 

Nach dem Krieg bemühte man sich verstärkt die angeschlagene Wirtschaft der Stadt wieder auf die Beine zu stellen. Die Reparationszahlungen, verordnet durch die Mächte der Entente, sowie die Inflation von 1923 und dämpften den wirtschaftlichen Wiederaufbaugedanken der Stadt.

Unter Regierung der NSDAP wurde Kiel wieder zum Kriegsmarinehafen ausgebaut. Die Werften erhielten neue Aufträge, für die sie Arbeitskräfte benötigten. Die Arbeitslosigkeit sank (1938 – 700 Arbeitslose). Die Kieler Wirtschaft stieg wieder an. Man versuchte auch die Wohnbauwirtschaft in Kiel anzukurbeln, was in großen und ganzem auch gelang.

 

Im II. Weltkrieg wurde Kiel vermehrt zum Ziel der Bombardements der Flugverbände der Alliierten. Bei Kriegsende waren rund 35 Prozent aller Wohnungen zerstört, 40 Prozent beschädigt. Insgesamt zählte Kiel nahezu 2900 Bombenopfer. Am 1. Januar 1945 zählte die Stadt nur 143.000 Einwohner - vor dem Krieg lebten in Kiel 261.000 Einwohner. Es folgte ein Wiederaufbau der Stadt. Neue Straßen, Wohnblöcke und diverse Bauten entstanden. Es entwickelten sich bereits 1945 neue Ansätze des politischen Lebens: Parteien, Zeitungen und Verbände. Die Universität war im größten Teil zerstört. Durch geschickte Verhandlungen und Vermittlungen konnten neue Räume am Westring zu universitären Zwecken bereitgestellt werden. Am 17. November 1945 nahm die Christian-Albrechts-Universität wieder den Lehrbetrieb auf. Neue Gebäude entstanden: 1962 die Universitätsbibliothek, 1965 die Universitätskirche, 1969 das neue Auditorium Maximum. Die Universität hat sich als Campusuniversität der westlichen Standards neu etabliert.

 

In der Altstadt hatten die alliierten Bomber eine Trümmerwüste hinterlassen, doch bereits Mitte der Fünfzigerjahre wurde die sanierte Holstenstraße zur ersten Fußgängerzone der Bundesrepublik erkoren.

Das Wirtschaftswunder fasste in den Fünfzigerjahren auch in Kiel Fuß. Die günstigen Rahmenbedingungen der sozialen Marktwirtschaft und die geglückte Währungsreform vom Juni 1948, die ausländische Hilfe und der starke Einsatzwille aller führten zu Wohlstand, Arbeit und Lebensqualität.

Der Aufbau der Marine hatte zwischen 1956 und 1961 wieder einen spürbaren Bevölkerungsanstieg zur Folge. Kiel entwickelte sich schon nach wenigen Jahren wieder zum wichtigsten westdeutschen Flottenstandort im Ostseebereich und zum Heimathafen der berühmten „Gorch Fock“. Die Marine und der Schiffsbau bestimmten wieder stark die Wirtschaftstruktur der Stadt. Aber auch neue Industriebetriebe, Maschinenindustrie, feinmechanische- und elektromechanische Betriebe sowie die Textilindustrie – konnten angesiedelt und die Zahl der Arbeitslosen allmählich gesenkt werden.

Des Weiteren unternahm man viel in Richtung der Hafenpolitik. Es wurden 3 Terminals gebaut – Oslokai (Ostseekai), Bollhörnkai, Norwegenkai. Der „Hafen mit Innenstadt“ ist Ausgangspunkt für viele Kreuzfahrtschiffe, und die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals – international „Kiel Canal“ genannt – sind das Portal zur meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Des Weiteren will die Landeshauptstadt sich noch weiter zum Wasser hin öffnen, die Fördeufer stärker miteinander verknüpfen und den Hochschul- und Technologiestandort Kiel ausbauen.

 

Rund 30.000 Menschen studieren mittlerweile an den drei Kieler Hochschulen. Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, die Medizinische Fakultät der Universität und das Institut für Weltwirtschaft setzen internationale Forschungsmaßstäbe. Es lebten, forschten und lehrten in Kiel berühmte Nobelpreisträger wie Max Planck und Otto Meyerhof.

Innovative Produkte aus Kiel sind Großmotoren, Antriebswellen, Lokomotiven, Brennstoffzellen, Marine Arzneimittelkomponenten, High–Tech–Yachten und Doppelhüllentanker, Tsunami – Frühwarnsysteme, nautische, optische und Lasergeräte.

Hier ist auch der mehrmalige deutsche Handballmeister, Pokalsieger und Championsleague-Sieger THW Kiel beheimatet. Die Sparkassen-Arena ist die Heimatspielstätte der erfolgreichen Kieler „Zebras“.

 

Literatur: Sieck, Annerose: Kiel. Eine kleine Geschichte. Erfurt 2005.

 

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1Aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kiel (Stand: 20.02.2008)

2Hrsg: Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Kiel, Verantwortlich: Tim Holborn, Redaktion Carmen Kelbch, Stand 10/2005.

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