Rechtsextremismus im Fußball

Autor: Web | Tags: sport integration fußball rechtsextremismus antisemitismus nationalismus

Der Ball ist schwarz-weiß – Rassismus im Fußball und anderswo

 

 

Im Vorfeld des Mädchenfußballturniers am 5. März 2011 in der HLA Flensburg wollen wir einen Beitrag aus dem Jahr 2010 veröffentlichen. Damals wie heute ging es um Fußball. Am 23.03. 2010, vor fast einem Jahr lud das Landeshaus Schleswig-Holstein zur Veranstaltung im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus 2010. Der Teilnehmerkreis bestand aus Vertretern der Politik, des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, der Fußballvereine und den Verfechtern des Rechtsextremismus im Sport. Das Thema der Diskussion bildete der Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus im Fußball, angefangen von Schulklassen über Kreisliga bis zur Bundesliga.

In diesem Beitrag wird auf einige Punkte der Referenten und Podiumsdiskussionsteilnehmer eingegangen, ohne dabei die einzelnen, stark verkürzten Anmerkungen zu analysieren oder zu kritisieren.

 

Wulf Jöhnk, Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein.

Der Vertreter der Politik ging zuerst auf den wissenschaftlichen Begriff der Diskriminierung und des Rassismus ein. „Diskriminierung trifft man überall: in der Diskothek, in der Schule, im Sport.“ Zu Rassismus: „Rassismus entsteht aus der Überzeugung von der Ungleichwertigkeit des Menschen. Der Rechtsextremismus gilt dabei als wesentliches Element des Rassismus.“ Sein Vortrag als auch der Vortrag von Pierre Freyber, Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus im Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein dienten als Impulsreferate für weitere Diskussionen und Nachfragen. Am Ende hoben beide die Antidiskriminierungsarbeit, die in Schleswig-Holstein durchgeführt wird.

 

Christopher Vogel, Mobiles Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtextremismus, Hessen.

In seinem Vortrag „Alles schwarz-rot-geil? Rechtsextremismus und Rassismus im deutschen Fußball“ ging es Herrn Vogel um die Rolle der FIFA und des Deutschen Fußball Bundes bei der Bekämpfung des Rassismus in Fußball. Denn die Reichweite  beider Organisation sowohl in der ganzen Welt als auch in Deutschland sei enorm: „FIFA hat mehr Mitgliedsländer als UNO. DFB zählt etwa sechs Millionen Menschen als Mitglieder.“ Auch die Rolle der Medien insbesondere in Deutschland hob Vogel hervor, wie etwa das Kommentar vom ehemaligen DFB-Präsident Meyer-Vorfelder: „Ich sehe die Germanen auf dem Felde“ oder ein Kommentar von einem der SAT 1-Kommentatoren beim Dribbling von Lionel Messi in einem der Championsleague-Spiele  des FC Barcelona „Man müsse diesen Messi umtreten“.

 

Dr. Tim Cassel, Schleswig-Holsteinischer Fußballverband e.V.

Sein Vortrag „Schleswig-Holstein kickt fair – Ein Projekt gegen Gewalt und Diskriminierung im schleswig-holsteinischen Fußballsport“ beinhaltete einiges an Information rund um Fußball in S-H. Es ging von Anzahl der Kreise wo Fußball gespielt wird bis Anzahl der Spiele an einem Wochenende in S-H (etwa 2550). Uns, dem Easttalk-Team ist das Thema dieses Projektes „Schleswig-Holstein kickt fair“ seit einiger Zeit bekannt. Vor etwa zwei Jahren haben wir selbst ein Fußball-.Integrationsturnier in der Halle der Flensburger Handelslehranstalt organisiert und wurden damals vom Herrn Cassel mit unterstützt. (An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank dafür). Im Verlauf des Vortrages ging Herr Cassel auf die Maßnahmen ein, die in seinem Bereich gegen Gewalt und Diskriminierung unternommen werden: Schaffung verbandsinterner Strukturen und Qualifizierungsmaßnahmen für Multiplikatoren (z.B. Ausbildung der Schiedsrichter), konsequentes Sport-und strafgerichtliches Vorgehen unter anderem mit der Einführung von Bewährungsmaßnahmen (alternative Sanktionsmaßnahmen) in die juristische Praxis und die Anti-Aggressionseinheiten. Dieses Teil des Programms wurde mit einem musikalischen Beitrag von Leman Stehn abgerundet.

 

Danach folgte ein Podiumsgespräch mit den oben genannten Referenten und einigen weiteren Vertretern des Landessportverbandes und der Fußballvereine: Klaus-Michael Pötzke, Landessportverband Schleswig-Holstein, Projekt „Sport gegen Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“, Holger Hasse, Profifußballer von Holstein Kiel und Kerem Bayrak, Integrationsbeauftragter des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes e.V. und Vertreter

von Inter Türkspor Kiel. 

Im Wesentlichen ging es um juristischen Fragen bezüglich einiger Sportsgerichtsurteile gegen die Spieler mit Migrationshintergrund (so wurden in einer Studie etwa 2000 Sportgerichtsurteile untersucht -  das Ergebnis zeigt, dass es härtere Bestrafung für die Spieler mit Migrationshintergrund für dieselbe Delikte gab als für die deutsche Spieler), um politisches Mitwirken:  Unterstützung seitens der Kommunen bezüglich der sportgerichtlichen Urteile – Fehlanzeige, Positionierung gegen Rechtsextreme seitens der Politik zu gering (auf die Frage ob „die Ultras“ politisch unabhängig sind kam keine eindeutige Antwort), genauso um die Entdeckung des „Partypatriotismus“ seit der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Lande 2006 mit einem leisen Verdacht auf den verdeckten Nationalismus (Stolz auf Deutschland), um mangelnde Bereitschaft der Migranten im Fußballgeschehen mitzuwirken (obwohl etwa eine Million Menschen mit Migrationshintergrund ein 1/6 des DFB - Mitgliederkreises bilden, ist z. B. der Anteil der Migranten an der Schiri-Ausbildung zu gering). Herr Bayrak wurde nach  Gründen die zur Bildung von Inter Türkspor in Kiel geführt haben, gefragt: „Ende der achtziger Jahre ist die Illusion zurück ins Heimatland zu gehen obsolet geworden. Es kam zu massiven Wirtschaftswachstum, verbunden mit einem größeren Einsatz von ausländischen Arbeitskräften und somit auch mit der Anhäufung der Diskriminierungsfälle.“

 

Easttalk-Team

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