Die Geschichte Flensburgs

Autor: Alexej Kinder und Stergios Stavropoulos | Tags: flensburg geschichte

Wappen
Deutschlandkarte
   
Basisdaten
Bundesland:
Schleswig-Holstein
Kreis:

Kreisfreie Stadt

Koordinaten:

Koordinaten: 54° 47' N, 9° 26' O54° 47' N, 9° 26' O

Höhe:
12 m ü. NN
Fläche:
56,38 km²
Einwohner:

86.479 (30. Sep. 2006)

Bevölkerungsdichte:

1534 Einwohner je km²

Postleitzahlen:

24901–24944 (alt: 2390)

Vorwahl:
0461
Kfz-Kennzeichen:
FL
Gemeindeschlüssel:
01 0 01 000
NUTS-Region:
DEF0
UN/LOCODE
DE FLF
Stadtgliederung:

16 Stadtteile mit 52 statistischen Bezirken

Adresse der
Stadtverwaltung:

Rathausplatz 1
24937 Flensburg

Webpräsenz:
Oberbürgermeister:

Klaus Tscheuschner (parteilos)

 

 

(Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie) 

 

Stadtgeschichte

 

Fischer, Händler und Handwerker waren es, die um 1100 am innersten Winkel der 35 km langen Förde eine geschützte Niederlassung mit der St. Johannis-Kirche als Zentrum gründeten. Es folgten weitere Siedlungszellen auf dem Westufer: St. Marien mit der Schiffbrücke (1170) und St. Nikolai mit dem Südermarkt (1200). Der schilfumstandene und wasserumspülte Wehrturm des Landesherren gab dem Kirch- und Marktort seinen Namen: Flensaaburgh (1240), das 1284 von Herzog Waldemar IV. das „Stadtrecht“ erhielt. Jetzt durfte der Rat eigene Einnahmen verwalten, Gerichtbarkeit ausüben und Kontrakte schließen, die seither im Stadtarchiv (im Rathaus) verwahrt werden. Trotz Pest, Krieg und Feuersbrunst gediehen Handel und Schifffahrt dank dem Fleiß und Erwerbsinn der Einwohner. Flensburg entwickelte sich zur bedeutendsten Ostseehandelsstadt im dänischen Gesamtstaat. Im Laufe ihrer Geschichte war die Stadt Ziel mehrerer dänischer und schwedischer Invasionen. Nachdem sie bis 1435 als erbliches Lehen zu Holstein gehört hatte, wurde sie 1460 der dänischen Krone untergeordnet. Um 1600 zählte die mit Mauern, Türmen und Burg geschützte Stadt 6.000 Bewohner und 200 Schiffe – deutlich mehr als Kopenhagen (Dänemark) zu der Zeit.

 

Die Flensburger Kaufleute tätigten Geschäfte in Norwegen und Russland, in Flandern, England und Frankreich. Das Kunsthandwerk gedieh, die Kirchen füllten sich mit Kleinodien wohltätiger Mäzene. Der Reichtum in der Stadt war so prächtig, dass der Rat Anti-Luxus-Gesetze erließ. Aber nicht ohne Grund lautet der Flensburger Wappenspruch am Nordertor: „Friede ernährt – Unfriede verzehrt“. Tatsächlich gingen im „Jahrhundert der Kriege“ zwischen 1627 und 1721 Reichtum und Flotte verloren und Flensburg büßte seine wirtschaftliche Vormachtstellung an Kopenhagen ein.

 

Die Grönlandfahrt mit dem Wal- und Robbenfang, der Weinhandel mit Bordeaux und seit 1755 die Karibik-Fahrt nach den dänischen Antillen-Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix führten die Stadt bis 1800 zu neuer Blüte. An der Schiffbrücke stapelten sich die begehrten „Kolonialwaren“: Mahagoni-Holz, Tabak, Zucker, Kaffee und natürlich die eichenen Pure-Rumfässer. In der „Neustadt“ entstand nach 1796 das Zentrum der neuen Maschinenzeit: Dampfkessel, Metallgießereien und Großfabriken, Gas- und Wasserwerk sowie seit 1872 die Eisenschiff-Werft der „Flensburger Schiffbaugesellschaft“. 1848 wurde Flensburg Hauptstadt des unter dänischer Verwaltung stehenden Schleswig. 1867 ging die Stadt an Preußen. Um 1900 verdiente bereits jeder zweite Flensburger seinen Lebensunterhalt an einem industriellen Arbeitsplatz. 

 

Die Moderne brachte Flensburg elektrischen Strom (1895), die erste Filmvorführung (1896), das erste Auto (um 1900) und den ersten Motorflug (1911). Über die Förde zogen Ausflugdampfer und durch den Himmel das Luftschiff „Hansa“ mit dem Flensburger Dr. Hugo Eckener als Pilot (1912). In einer Volksabstimmung nach dem 1. Weltkrieg stimmten die Einwohner für die Zugehörigkeit zu Deutschland.

 

Das deutsch-dänische Verhältnis wurde durch die nationale Volksabstimmung 1920 grundsätzlich geklärt. Seither verläuft wenige Kilometer von Flensburg die Grenze. Nördlich davon verblieb eine deutsche, südlich eine dänische Minderheit, weshalb Flensburg auch als „südlichste Stadt Skandinaviens“ erscheint.

 

Die NS-Diktatur führte auch in Flensburg zu Ausgrenzung, Verfolgung und Kriegstod. Im Mai 1945 wurde die Stadt für wenige Tage Sitz der letzten Reichsregierung unter Dönitz - von Hitler zum Nachfolger bestimmt, bildete Dönitz am 1. Mai 1945 eine „geschäftsführende Reichsregierung” mit Sitz in Flensburg; er suchte die Kapitulation so weit hinauszuzögern, dass noch möglichst viele Flüchtlinge und Soldaten aus dem Osten in den Einflussbereich der westlichen Alliierten gelangen konnten - und Fluchtort zahlreicher Kriegsverbrecher, darunter Auschwitzkommandant Höß. Nicht wenige tauchten von hier aus mit falschen Papieren unter. Flensburgs Marinestützpunkt wurde durch Bombenangriffe der Alliierten stark beschädigt. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete das Oberkommando der Wehrmacht in Dönitz’ Auftrag die Kapitulation in Reims und am 9. Mai die Kapitulation in Berlin-Karlshorst. Wenig später, am 23. Mai, wurde die Regierung Dönitz von den Alliierten verhaftet. 1947 wurde Dönitz vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg wegen Verbrechens gegen den Frieden und gegen das Kriegsrecht zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er im Gefängnis Berlin-Spandau verbüßte. Nach seiner Haftentlassung 1956 lebte er zurückgezogen bei Hamburg. Dönitz starb am 24. Dezember 1980 in Aumühle bei Hamburg. 

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden über 40.000 Versprengte, Flüchtlinge und Vertriebene, darunter viele Frauen mit Kindern, in die Fördestadt integriert. Flensburg, nun Großstadt mit über 100.000 Einwohnern, packte an und wuchs in harter Aufbauarbeit um zahlreiche Wohngebiete und Gewerbeansiedlungen. Um 1960 betrug die Arbeitslosenrate nur noch zwei Prozent – das „Wirtschaftswunder“ ereignete sich auch in Flensburg.

 

Nach einem durchgreifenden Strukturwandel während der 1980er und 1990er Jahre zeigte sich Flensburg mit seinen damals 85.000 Einwohnern (heute ca. 87.900) als Gewerbe- und Dienstleistungsmetropole der deutsch-dänischen EU-Region Schleswig/Sønderjylland.

 

Die langgestreckte Flensburger Förde ist eine der tiefsten Meeresbuchten in der westlichen Ostsee. Die Bucht ist etwa 35 Kilometer lang und reicht bis zum Hafen der Stadt Flensburg. Nach der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) durch Überflutung eines Gletscherzungenbeckens hervorgegangen, verläuft die Flensburger Förde zwischen Deutschland und Dänemark. Sie wird in die Außen- und die Innenförde gegliedert. Die Außenförde ist etwa 20 Kilometer lang und verengt sich an der dänischen Halbinsel Broacker auf drei Kilometer Breite. Die Innenförde erreicht eine Länge von etwa 15 Kilometern bei einer Breite von weniger als zwei Kilometern. Sie ist trotz ihrer Untiefen schiffbar. An der Südseite der Innenförde befindet sich das bekannte Seebad Glücksburg.

 

Schiffbau, Telekommunikation, Kühltechnik, Pharmazeutika, Versandhandel und ein aufstrebender Hochschulcampus mit Universität und FH dokumentieren die Zukunftsorientierung des regionalen Oberzentrums Flensburg. Gleichzeitig aber erinnert Einheimische und Gäste jeder Bummel durch die malerischen Kaufmannshöfe der Norderstraße, entlang der neuen Schiffbrücke mit dem Museumshafen, vorbei am Salondampfer „Alexandra“ und dem Yachthafen, die St. Jürgenstraße hinauf und schließlich der Blick von den Fördehängen auf die Innen- und Altstadt im Fördetal, an das wellenbewegte Leben von 30 Generationen tatkräftig schaffender Flensburgerinnen und Flensburger.

 

Das durch das Kraftfahrtbundesamt geführte Zentralregister hat ebenfalls hier seinen Hauptsitz. Auf der Rechtsgrundlage des Straßenverkehrsgesetzes und der Straßenverkehrszulassungsordnung werden im Verkehrszentralregister Verstöße der Kraftfahrer gegen geltendes Verkehrsrecht gesammelt und entsprechend einem Bußgeldkatalog mit Punkten bewertet. Zur Eintragung kommen beispielsweise Ordnungswidrigkeiten (ab ca. 40€), Führerscheinentzug und Fahrverbote sowie Verurteilungen wegen Verkehrsdelikten.

 

(Quellen:

- Flensburger Stadtarchiv

- Microsoft Encarta 2003)

Sag's weiter:  Twitter Facebook Google Buzz

Suche

Wetter



Login

Username:

Passwort: