Pflegedienste für Ältere mit Migrationshintergrund

Autor: Web | Tags: integration migration pflege caritas

Etwa 240.000 Menschen mit Migrationshintergrund lebten Ende 2009 in Schleswig-Holstein. Jeder fünfte von ihnen lebt bereits länger als 20 Jahre im Norden Deutschlands und die meisten werden hier bleiben, da sie fast ihr gesamtes Arbeits- und Familienleben in S-H verbracht haben. Immer mehr dieser Mitbürger kommen ins Rentenalter und bereits heute sind über 14%  60 Jahre und älter. Grund genug seitens der Pflegedienste mehr Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse und die Pflege älterer MigrantInnen zu lenken. Einer dieser Pflegedienste ist der Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V. Zusammen mit den Mitteln des Bundes und der EU fördert man ein Projekt "INTRANT", mit dem Ziel die Pflegedienste mehr auf die Pflege der älteren Menschen mit Migrationshintergrund vorzubereiten und ihre Familien besser darüber zu informieren. Demzufolge wurde 2010 eine Umfrage im Rahmen dieses Projektes durchgeführt, an der sich 75 Migrantenfamilien mit russischen und türkischen Hintergrund beteiligten. Aus der Umfrage ging hervor, dass bei den vielen schon länger hier Lebenden noch Probleme mit dem sicheren Erwerb der deutschen Sprache haben.  Etwa 40% der Befragten gaben dabei an, deutsch besser oder sehr gut sprechen zu können. Über 70% der Befragten würden sich selbst und 73% ihre Eltern bzw. Verwandten von einem ambulanten Pflegedienst betreuen lassen. Da die Familie bei der Pflege der Angehörigen nach wie vor hohe Bedeutung hat, ist es über 80% der Befragten wichtig, dass die Pflege in Zusammenarbeit der Familien und der Pflegedienste stattfindet. Viele Migrantenfamilien haben noch große Schwierigkeiten beim Verstehen der Unterlagen, somit befürchten sie dabei etwas falsch machen zu können, woraus ihnen Nachteile erwachsen können. Die größte Kompetenz bei der Information und Beratung sehen die meisten Befragten bei dem Arzt und den Migrationsberatungsstellen. Dabei ist es wichtig, dass sie sich mit Pflegediensten auch in ihrer Muttersprache verständigen können und vor allem, dass sie einen Dienst durch eine "Probepflege" testen können.

 

Quelle: Sozialcourage 1/2011.

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